Raus aus der Streitfalle Raus aus der Streitfalle

In jedem Team können Konflikte und Stresssituationen auftreten – das ist nur menschlich. Wenn Sie wissen möchten, wie Sie mit Problemen unter Kollegen am besten umgehen, wiederkehrenden Streit vermeiden und aus Ihrem Ärger sogar noch etwas Positives herausholen, bekommen Sie hier passende Tipps.

Es gibt sie immer und überall: die Tage, an denen alles schief läuft, die Kollegen, die sich um bestimmte Aufgaben immer drücken, und die Kunden, die über alles meckern. Kein Wunder, wenn es da zum Streit unter Kollegen kommt oder sich der Ärger im Bauch anstaut. Dass das nicht nur unangenehm, sondern auf Dauer auch ungesund ist, brauchen wir Ihnen nicht zu erzählen. Doch was tun, wenn sich solche Situationen festsetzen? Wenn aus dem kleinen Ärger hier und da sogar Wut wird? Im schlimmsten Fall lässt man sie noch am Kunden aus und vergrault ihn damit.

Wut an sich hat zwar einen schlechten Ruf, doch im Grunde ist sie durchaus positiv zu sehen und man kann viel Kraft aus ihr schöpfen. Allerdings muss man richtig mit der Wut umgehen, um die Energie, die sie freisetzt, in etwas Gutes umwandeln zu können. Konflikte schüren und Gräben vertiefen, schlecht über die Kollegen reden und vor allem sich selbst nicht zu hinterfragen – all das ist weder produktiv, noch führt es aus der Abwärtsspirale heraus.

Emotionen verstehen

Also wechseln wir die Perspektive. Das ist schon mal ein erster Schritt. Denn ein wenig Abstand (zeitlich oder räumlich) oder Gespräche über die Situation mit Außenstehenden (NICHT Kollegen aus dem gleichen Team) können schon helfen, alles neu zu überdenken. So lernen wir selbst, das Geschehene neu zu bewerten und nicht alles auf uns selbst zu beziehen. Der unfreundliche Kommentar einer Kollegin hat nicht unbedingt mit einem selbst zu tun, sondern ist in den meisten Fällen auf die schlechte Laune o.Ä. des anderen zurückzuführen. Wenn Sie sich das ins Bewusstsein rufen, sind viele Momente leichter zu überstehen. Fragen Sie sich also immer, was der eigentliche Auslöser für den Ärger des anderen war, bevor Sie zurückschimpfen. Wenn Sie verstehen, wo das eigentliche Problem liegt, ist dieses auch viel leichter zu lösen – oder die Situation zu akzeptieren.

Die goldene Regel

Wenn die Wut doch mal hochkocht, ist die goldene Regel entgegen jeden Impuls: schweigen! Denn in der Wut gemachte Äußerungen oder – schlimmer noch – in der Wut geschriebene E-Mails bringen selten etwas Gutes hervor. Und außerdem ist es oft eh besser, erst einmal genau zuzuhören, auch in Streitgesprächen. Den anderen ausreden lassen und durchatmen – das nimmt Fahrt heraus. Das kann auch das viel zitierte stumme Zählen bis drei sein oder das Verlassen des Raums für einen Moment – natürlich mit der Bitte, das Problem später zu klären. Das hängt ganz von der Situation und Ihrem Grad von Wut ab. Vor allem Konflikte, die eigentlich nur auf Missverständnissen oder falsch geleiteten Emotionen beruhen, lassen sich mit etwas Ruhe und Nachdenken umso leichter lösen.

Konflikte offen ansprechen

Auch wenn Sie Streit lieber von vornherein vermeiden wollen, lohnt es sich, Konfliktpunkte offen anzusprechen. Wenn eine Kollegin immer so lange mit den Kunden spricht, dass sie alle übrigen Aufgaben den anderen überlässt, ist das nicht in Ordnung und muss geklärt werden. Gegebenenfalls hilft es auch, bestimmte Aufgabenbereiche neu zuzuordnen oder klare Teamabsprachen zu treffen, um Reibungspunkte im Alltag abzumildern. Jeder hat andere Stärken und wenn diese konsequent eingesetzt werden und man selbst damit auch die Aufmerksamkeit auf die positiven Seiten des anderen lenkt, ist schon viel gewonnen.

Wenn Sie selbst mal einen schlechten Tag haben, sagen Sie es lieber gleich den Kollegen – bevor Missverständnisse entstehen. Natürlich mag man nicht in jeder Situation in sich hineinschauen lassen. Es gibt Dinge, die mag – und sollte – man nicht jedem erzählen. Ein einfaches „Entschuldige, das hab ich nicht so gemeint, ist einfach nicht mein Tag heute“ kann aber schon viel helfen.

Und ansonsten: Fragen Sie sich immer auch, woher Ihre Wut in bestimmten Situationen kommt. Reden Sie darüber mit Außenstehenden. Wenn Sie den Grund wissen, können Sie daran arbeiten, ein Problem aus der Welt schaffen. Das ist die Chance, die Sie aus der Wut herausziehen können. All das geht natürlich nicht von heute auf morgen und auch das Innehalten im Moment des größten Ärgers muss man üben. Doch wer bereit ist, sich selbst zu hinterfragen, wird in Zukunft viel harmonischer durch den oft stressigen Apothekenalltag kommen.

 

Buchtipp

Wer noch mehr über die positive Kraft der Wut wissen will, kann hier nachlesen:
Arun Gandhi, Wut ist ein Geschenk: Das Vermächtnis meines Großvaters Mahatma Gandhi. DuMont 2017

Kommentare
qovrun
26.10.2018 12:10

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Tester
07.08.2018 15:08

Sehr interessanter Beitrag

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